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Höhenangst – und wie Hypnose dagegen helfen kann

By Andrea Heggli

Juni 12, 2019

Akrophobie, Höhenangst

Phobien scheinen heutzutage verbreiteter zu sein als früher. Das ist aber nur teilweise richtig. Natürlich gab es manche Phobien früher überhaupt nicht, wie etwa die Flugangst, weil es noch keine Flugzeuge gab. Aber die Höhenangst oder Akrophobie, die mit der Flugangst verwandt ist, beinhaltet die elementare Furcht des Menschen vor dem Fallen.

Evolutionär bedingt hat das natürlich seine Gründe, denn unsere Vorfahren konnten sich schwere Verletzungen schlichtweg nicht leisten, da sie fast immer den Tod bedeuteten. Trotzdem war es manchmal sinnvoll, sich zum Schutz vor wilden Tieren auf höhere Ebenen zurückzuziehen und etwa auf Bäume zu klettern.

An einem Abgrund vorsichtig zu agieren, hat aber durchaus seine Berechtigung und wer sich unwohl fühlt, direkt an der Kante einer Schlucht zu stehen, hat deswegen noch keine Phobie. Dennoch gibt es Menschen, die sich in grossen wie kleinen Höhen schlicht unwohl fühlen, egal, wie irrational die Furcht sein mag. Die Angst vor der Höhe ist oft tief verwurzelt und hat fast immer mit einer mehr oder weniger realistischen Furcht vor dem Fallen an sich zu tun. Ein Akrophobiker (bezeichnet jemand mit Höhenangst), der in einem hohen Gebäude nicht direkt am Fenster steht, weil er etwa in einem Hochhaus arbeitet, kann dies trotz Höhenangst tun. Klettert er hingegen auf eine Leiter, um die Fenster im Erdgeschoss zu putzen, kann dies bereits zu einem Angstzustand führen. Wird die Höhenphobie aber zum echten Problem, können wir mit einer Hypnosebehandlung oft grundlegende Abhilfe schaffen. 

Woran erkennt man Höhenangst?

Nicht jeder weiss, dass er an einer Furcht vor der Höhe leidet. Wer beispielsweise sein Leben lang nur im Flachland unterwegs ist, wird mit der Situation möglicherweise erst in späteren Lebensjahren konfrontiert. Diese sogenannte spezifische Phobie ist relativ verbreitet und betrifft etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung. Bei jeder Angststörung treten mehr oder weniger die gleichen Symptome auf, nur die Ursachen variieren. Das liegt daran, dass die Angst als Überlebensstrategie in unseren Genen verwurzelt ist und sich in bestimmten körperlichen Reaktionen manifestiert, die ursprünglich durchaus ihren Grund hatten. Typische Symptome bei Phobien sind:

  • Zittern und vermehrtes, teilweise sehr starkes Schwitzen
  • Herzrasen, in der Folge Atemnot und/oder Beklemmungsgefühle
  • Panik aufgrund der auftretenden Symptome
  • Übelkeit bis zum Erbrechen

In einer normalen Gefahrensituation hatten diese Reaktionen ihren Sinn bzw. lassen sich durch bestimmte Mechanismen im Körper erklären, die Angst als Garant für das Überleben in einer feindlichen Umwelt nutzten. So hatte das vermehrte Schwitzen bis hin zu starken Schweissausbrüchen den Sinn, dass ein eventueller Verfolger sein Opfer schlechter festhalten konnte. Die Beschleunigung von Atemfrequenz und Herzschlag dient der Erhöhung der Fluchtchancen und liegt oftmals an einem vermehrten Adrenalinausstoss. Nun war es in der Urzeit (und auch heute noch in bestimmten Situationen) sinnvoll, dass der Körper derartig reagiert.

Löst eine Phobie aus irrationalen Gründen (etwa die Furcht vor einer harmlosen Spinne, einer Flugreise oder eben dem Klettern auf einen Turm) derartige Symptome aus, ist dies weder sinnvoll noch erfreulich. Tatsächlich können die Fluchtreflexe zu echter Panik und sogar zu Ohnmachtsanfällen führen. Im Alltag ist es natürlich sehr unangenehm, wenn man an der Arbeit oder sonst im Umgang mit anderen Menschen unter solchen Phobien leidet. Nicht zuletzt behindert sie auch die Ausübung von Freizeitaktivitäten und kann bei konsequenter Vermeidung angstauslösender Situationen sogar dazu führen, dass man sich nicht mehr in die Öffentlichkeit traut. 

Suggestionen können die Höhenangst überwinden helfen 

Eines der wichtigsten Mittel beim Einsatz der Hypnose ist die Suggestion. Sie ist dann ein sinnvolles Mittel, wenn der Betroffene es nicht durch eigene Willenskraft schafft, die irrationalen Ängste zu überwinden. Es ist keine Frage der Einsicht oder des Intellekts, denn die Patienten sind sich durchaus bewusst, dass es keine rationalen Gründe für ihre Furcht gibt.

Es hilft also nicht, mit Statistiken oder anderen rationalen Argumenten zu arbeiten, die dem Betroffenen nur das Gefühl geben, sich unangemessen und vielleicht sogar dumm zu verhalten. Nichts davon stimmt – denn es ist einfach so, dass das Unterbewusstsein in diesen Fällen die bewussten und rationalen Überlegungen überdeckt. Das ist letztlich der Sinn von Furcht und Fluchtinstinkten – im Falle einer Phobie wird die übertriebene Warn- und Schutzfunktion allerdings zum Problem.

Man könnte es auch mit einer Allergie vergleichen, bei der das Immunsystem auf einen eigentlich harmlosen Auslöser völlig übertrieben reagiert – auch da hilft es nicht, wenn man weiss, dass man nicht erkältet ist. Man niest eben trotzdem. Während bei Allergien Medikamente hilfreich sind, kann man eine Höhenphobie ursächlich vor allem psychologisch behandeln – und dabei ist die Hypnosetherapie ein sehr erfolgreiches Instrument. Die Methode, die Ursachen aufzudecken und die damit verbundenen negativen Gefühle aus dem Unterbewusstsein zu entfernen, kann vielen Menschen mit Phobien helfen.

Wie hilft die Hypnose dabei, die Höhenangst zu überwinden?

Klienten kommen zu mir, weil sie die mit der Phobie verbundene Einschränkung ihrer Lebensqualität nicht mehr tolerieren möchten. Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag 'wie eine Hypnosetherapie abläuft'. Im Falle der Höhenphobie wäre man beispielsweise kaum in der Lage, mit einer Seilbahn auf einen Berg zu gelangen, um dort die Aussicht zu geniessen (was übrigens für viele Akrophobiker gar kein Problem ist, solange sie nicht direkt an einem Abgrund stehen).

Man kann dem Betroffenen noch so oft erklären, dass die Seilbahn oder das Flugzeug vollkommen sicher sind – wenn die Angst im Unterbewusstsein vorhanden ist, kann man diese nicht durch rationale Argumentationen überwinden. Mit Hilfe der Hypnosebehandlung steht uns ein Mittel zur Verfügung, dass die Ängste im Unterbewusstsein identifizieren und in vielen Fällen nachhaltig eliminieren kann – ganz ohne unangenehme Konfrontation. Gerade bei der Höhenphobie sind Erlebnisse in der Kindheit und Jugend Ursache für die in späteren Jahren irrationale Angst vor der Höhe.

Viele Patienten erinnern sich gar nicht mehr an diese Vorfälle – vielleicht den Sturz von einem Baum oder ein Film über Bergsteiger. Selbst wenn kleinere Unfälle letztlich folgenlos für den Körper sind, verbleibt oft eine irrationale Furcht vor ähnlichen Situationen. Dabei können die Betroffenen häufig gar nicht sagen, woher sie ihre Phobie haben, weil sie die ursächlichen Zusammenhänge nicht herstellen oder sich schlicht nicht mehr daran erinnern. Das Unterbewusstsein arbeitet jedoch anders und kann solche verborgenen Ängste an die Oberfläche treten lassen. In der Hypnosetherapie sind wir in der Lage, diesen Dingen auf den Grund zu gehen und die Ursache im Unterbewussten direkt zu behandeln.

Andrea Heggli, Hypnosetherapeutin

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