Januar 18, 2021

Therapie bei Bulimie

Therapie bei Bulimie und ihre Möglichkeiten

Bei der Therapie bei Bulimie kommen heute verschiedene Therapieformen zur Anwendung.

Der Erste Schritt jeder Therapie ist der Schritt vor der Therapie. Der wichtige Schritt sich selber einzugestehen, dass man unter einer Essstörung leidet und dass diese auf Dauer die eigene Gesundheit und das Leben zerstören wird.

Dieser Prozess alleine kann schon Jahre dauern.

Bis Frauen die unter Bulimie leiden (ich erwähne Frauen, da ich in meiner Praxis auf Frauen spezialisiert bin, aber auch Männer sind davon betroffen) soweit sind, dass sie aus diesem Teufelskreis des Fressens und wieder Erbrechens wirklich herauswollen, verstreicht zusätzlich viel Zeit und ist oft von einem langen Leidensweg begleitet.

«Wenn ich merke, dass ES (der Heisshunger) wieder Übermacht gewinnt, dann beginne ich meistens mit meinem Freund zu streiten, damit er nach Hause geht und ich ungeniert fressen kann»

Klientin Hypnolive 

Den Schritt aus der Bulimie raus zu kommen ist erschwert, da das Brechen bis anhin die einzige Möglichkeit war, die sie kennen, um alles essen zu können, ohne dabei an Gewicht zuzunehmen.

Da der Schritt alleine aus der Bulimie heraus zu kommen sehr schwierig  ist, haben sich diverse Therapiemöglichkeiten für die Überwindung der Bulimie etabliert.

Um einen Überblick über Therapien bei Bulimie zu bekommen, habe ich eine Zusammenstellung gemacht.

Diese ist rudimentär und bezieht sich auf die gängigsten Therapiemöglichkeiten.


PSYCHOLOGISCHE THERAPIEN


Psychodynamische Therapie

Sie beinhaltet tiefenpsychologische und psychoanalytische Aspekte.  Es handelt sich dabei um eine Gesprächstherapie, bei der Konflikte aus der Gegenwart und der Vergangenheit zum Thema gemacht werden.

Es werden die seelischen Einflüsse auf Befindlichkeit und Verhalten analysiert. Dabei wird grosses Augenmerk auf die auslösenden Ereignisse und damit verbunden Gefühle gelegt. Die Psychodynamik geht davon aus, dass psychische Störungen auf bereits erlebte Konflikte zurückgehen.

Ziel einer erfolgreichen Therapie wäre, dass der Patient durch Anleitung des Therapeuten zur Selbsterkenntnis gelangt.


Kongnitive Verhaltenstherapie

Heute verspricht man sich von dieser Therapieform am meisten Erfolg.

Bulimischen Frauen wird gezeigt, wie man sich gesund ernährt und wie man ein gesundes Essverhalten erreichen und erhalten kann. 

Dabei wird der Fokus auch auf die Verbesserung des Selbstwertes von Frauen mit Bulimie gesetzt.

Gängige Denkmuster und Glaubenssätze, welche eine Therapie erschweren wie: «Ich muss dünn sein, um glücklich zu sein» werden belichtet und bearbeitet.

Meine persönliche Einschätzung:

Beide Therapieformen insofern Erleichterung, weil die Betroffenen meist zum allerersten Mal mit jemandem ehrlich über ihr Problem sprechen können. Wie bereits erwähnt verschweigen sie ihre Krankheit und hüten diese wie ein verborgener Schatz. Nicht zuletzt, weil sie sich oft als schwach und undiszipliniert fühlen und sich dafür schämen. 

Eine Gesprächstherapie nimmt Druck weg und wirkt dadurch psychisch entlastend.

Dabei spielt die Chemie zwischen Patientin und Therapeut die grösste Rolle. Fühlt sich die Patientin nicht verstanden oder ernst genommen, verursacht dies noch intensivere Versagens- und Schuldgefühle und die Betroffene zieht sich wieder in ihr Schneckenhaus zurück.

Eine gut geführte Gesprächstherapie bringt eine offensichtliche Unterstützung und ist  ein wichtiger Teil der Genesung.


ERNÄHRUNGSBERATUNG

Das Ziel der Ernährungsberatung ist, in Zusammenarbeit mit der Klientin, machbare Wege zur Normalisierung ihres Essverhaltens zu finden.

Dabei handelt es sich um engmaschig durchgeführte Einzelsitzungen. Welche bei Besserung später vierteljährig zur Stabilisierung durchgeführt werden kann.

Es wird gezielt darauf hingearbeitet, dass bulimische Frauen wieder lernen, Eigenverantwortung für ihr Essverhalten zu übernehmen. Dies ist eine Voraussetzung für den Erfolg dieser Therapieform, denn gerade dies fällt Betroffenen besonders schwierig. 

Sie haben sozusagen die Verantwortung übers Essen abgegeben, als sie mit der Bulimie begonnen haben. 

Eine Herausforderung stellt die Angst vor dem Essen und der dadurch befürchteten Gewichtszunahme dar. Umso wichtiger scheint erneut ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen dem Therapeuten und der Patientin.

Es werden vorerst strikte Ernährungspläne ausgearbeitet und Essprotokolle geführt.

Stufenweise werden «verbotene» Nahrungsmittel eingebaut, was als ein Herantasten an normales Essverhalten gesehen wird.

Mit der Zeit werden die Pläne weniger strikt, die Klientin hat mehr Wahlmöglichkeiten, dies fördert ihre Flexibilität und Autonomie

Dies fördert das Vertrauen und ermöglicht ein Herantasten an ein normales Essverhalten.

Als Hauptschwergewicht gilt auch den Zusammenhang zwischen Gefühlen und Emotionen als Auslöser von desorientiertem Essverhalten und Essattacken zu erkennen und zu thematisieren. 

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Den Schritt aus der Bulimie raus zu kommen ist erschwert, da das Brechen bis anhin die einzige Möglichkeit war, die sie kennen, um alles essen zu können, ohne dabei an Gewicht zuzunehmen.

Da der Schritt alleine aus der Bulimie heraus zu kommen sehr schwierig  ist, haben sich diverse Therapiemöglichkeiten für die Überwindung der Bulimie etabliert.

Um einen Überblick über Therapien bei Bulimie zu bekommen, habe ich eine Zusammenstellung gemacht.

Diese ist rudimentär und bezieht sich auf die gängigsten Therapiemöglichkeiten.


STATIONÄR THERAPIE

Die stationäre Therapie bietet eine gute Möglichkeit, umfassend auf Patientinnen mit Bulimie einzugehen.

Mit Einbezug der bekannten psychologischen, verhaltenstherapeutischen Therapieformen wird auch durch andere Therapieformen wie Gestaltung -und Bewegungstherapie auf die Symptomatik der Betroffenen eingegangen.

Oft werden gleichzeitig chemische Medikamente verabreicht, um die Patientinnen zu stabilisieren.

Geregelte Mahlzeiten mit Essbegleitung gewähren eine Essstruktur und dadurch wird eine Normalisierung des Essverhaltens angestrebt.

Gesunde Ernährung und das Wissen darüber bietet Grundlage für eine gelingende Therapie. Nebst vielen Einzel- werden auch Gruppensitzungen angeboten.

Unter ständiger Aufsicht, strengen Regel und Grenzen wird meistens eine Verbesserung oder sogar das Verschwinden der Symptome erzielt.

Meine persönliche Einschätzung:

Ist die Struktur durch das Verlassen des Therapieortes nicht mehr gegeben, gerät meist alles wieder ins wanken, die Betroffenen verlieren ihren Halt und sind mit der Situation zuhause überfordert. 

Schneller als gedacht ist leider häufig alles wieder beim Alten.

Einige meiner Klientinnen berichteten, dass sie während dieser Zeit durchaus Besserung erfahren durften, jedoch wieder zurück im Alltag, sie ihr oft stressiges Leben schnell wieder eingeholt hat. Stress hat einen signifikanten Einfluss auf die Rückfallquote. 


Medikamente

Bei Bulimie werden oft bestimmte chemische Medikamente eingesetzt.

Durch ihre appetithemmende und dämpfende Wirkung können sie die Häufigkeit der Anfälle reduzieren. Teilweise können sie depressive Tiefs auffangen. 

Oft wird die Dämpfung jedoch als «fremdgesteuert oder Gleichgültigkeit» wahrgenommen.  Vielfache Nebenwirkungen wie Übelkeit, Libido-Verlust, Verstopfung und Müdigkeit können zudem belastend sein.

Hier eine umfassende Übersicht bezüglich verabreichten Medikamenten und Wirkstoffen bei Bulimie.

Meine persönliche Haltung:

Die Ursache und dadurch auch das Problem ist meist nicht gelöst.  Es entsteht eher eine Verlagerung des Problems. Von tatsächlicher Heilung wird dann auch wenig geschrieben. 


ALTERNATIVE THERAPIEN

Dazu zählen Akupunktur, Kinesiologie, natürliche Heilmittel wie Schüsslersalze, Homöopathie, pflanzliche Heilmittel, Bachblüten sowie Spagyrik.

Die Idee hinter den alternativen Therapien ist, durch Aktivierung der Selbstheilungskräfte wieder ein natürliches Gleichgewicht und damit eine Heilung der Symptome erreicht werden kann.

Tatsächlich vermögen diese Methoden bulimische Frauen teilweise aufzufangen, zu beruhigen und ihr Befinden zu verbessern, so dass die Häufigkeit und der Schweregrad der Anfälle gemindert werden können.

Um einen akuten Fressanfall zu verhindern, sind sie aber meist zu schwach.

Der grosse Vorteil gegenüber chemischen Medikamenten ist, dass sie meist ohne Nebenwirkungen sind und zu keiner Abhängigkeit führen.

Meine persönliche Meinung:

Ich erachte alternative Methoden oder Heilmittel als eine sinnvolle Ergänzung zu einer umfassenden Therapie bei Bulimie.


Hypnosetherapie

Der Zustand der Trance, welcher in einer Hypnose erreicht wird, ermöglicht einen Zugriff zum Unterbewusstsein. Auslösende und traumatisierende Erlebnisse können so erkannt und neutralisiert werden. 

Oft sind es prägende, schmerzhafte Erlebnisse, die unverarbeitet verdrängt wurden. Man spricht von sogenannten «Teilen» die dabei entstehen.

In diesem Beitrag habe ich beschrieben, wie eine seriöse Hypnosetherapie abläuft.

«Ich muss dünn sein, um geliebt zu werden»

Klientin Hypnolive

Bei Bulimie geht man davon aus, dass solche «Teile» für das Entstehen der Krankheit mitverantwortlich sind und deren Ausstieg massgeblich erschweren.

In Hypnose können belastende Glaubenssätze wie z.Bsp. "Ich muss dünn sein um glücklich zu sein" oder "ich muss perfekt sein um geliebt zu werden" neu beurteilt werden.

Die daraus neu gewonnenen Erkenntnisse erlauben eine tiefgreifende Beruhigung der Situation.

Durch gezielte Anwendung von Hypnose und Selbsthypnose können festsitzende Gewohnheiten in viel kürzerer Zeit geändert werden.

Dank Hypnose oder Selbsthypnose kann die Zeit für eine Gewohnheitsänderung massiv verkürzt werden. Die regulierenden Massnahmen sind Gewohnheiten, welche geändert werden müssen, um erfolgreich bei der Therapie bei Bulimie zu sein.